Linda schreibt aus Indien

09. September 2009 geschrieben von Linda Illner

Linda mit kidsHallo ihr lieben,

nachdem ich nun endlich mal die Moeglichkeit habe ins Internet zu kommen, kann ich euch über meine ersten Eindruecke und Erfahrungen berichten. Eins ist schon mal sicher, hier ist alles ganz anders… Nachdem ich am Dienstag nach etlichen Stunden in Bangalore gelandet bin, hab ich den ersten Tag dort verbracht. In der „Jesuit Mission“ konnte ich erstmal schlafen und danach hab ich mich auf den Weg gemacht die Stadt ein bisschen zu erkunden. Dort ist alles sehr laut, hektisch, unuebersichtlich, … Aber viel Zeit hatte ich ja auch gar nicht, da ich am Abend schon weiter reiste, nach Manvi. Nach 9 Stunden Busfahrt bin ich dann schließlich an der Schule angekommen, wo ich auch gleich von Bruder Aaron empfangen wurde.

Nachdem ich mein Zimmer bekommen hatte, in dem lediglich ein Bett und ein Schreibtisch steht, lerne ich auch Father Eric kennen. Die Kinder hatten wohl nur gute Erfahrungen mit den vorherigen Freiwilligen gemacht, denn sie waren total happy als ich angekommen bin und haben mich ganz herzlich empfangen. Ein kleiner Junge hat mir sogar die Tasche getragen, was ich eigentlich gar nicht wollte, und 4 oder 5 andere Kinder waren dabei mein Zimmer „sauber“ zu machen als ich angekommen bin. Sauber eben in deren Sinn…  Ich wohne übrigens mit den Kindern zusammen im Heim, die Schule ist ca. 500 m entfernt. Im Heim leben ca. 120 Kinder. Am ersten Tag konnte ich noch nicht wirklich viel machen, ich hab einfach erstmal alles auf mich zukommen lassen.

Die Kinder schlafen hier zu 30. oder 35. in einem Zimmer. Besser gesagt im Klassenzimmer, denn im Heim wird die 1. und 2. Klasse unterrichtet. Die anderen Klassen sind in der Schule untergebracht. Abends werden die Baenke weggeschoben, jeder holt einen kleinen Teppich aus seiner „Kiste“, in der das ganz Hab und Gut aufbewahrt wird und legt sich einfach auf den Boden zum Schlafen. Die Kids stehen hier schon um 5:15 auf. Mehrmals über den Tag verteilt sind die sogenannten „Study“- Zeiten. Auch Abends, vorm Schlafen gehen ist noch eine Einheit. Aber manchen der Kinder sind schon so muede, dass ihnen dabei die Augen zufallen.

Gestern war ich mit 2 Maedels aus der 10. Klasse in der „Stadt“. Also wir warn in Manvi, was ca. 3 – 4 km entfernt liegt. Aber Stadt kann man das ja nicht wirklich nennen. Da muss ich am besten ein Foto mitschicken, damit ihr wisst was ich meine ;-) (Falls es funktioniert, die Internetverbindung ist hier sehr schlecht). Überall Kuehe und Schweine auf der Straße, oder besser gesagt auf dem Weg. Aber wir haben trotzdem alles bekommen was wir kaufen wollten.

Am Samstag war hier ein Feiertag, der „Happy Teachers Day“. Da haben die Kinder schon am Tag davor die ganze Zeit davon geredet. Im November ist dann auch ein „Childrens Day“. Früh war Messe, dann haben die Kinder Taenze vorgeführt und anschließend haben die Lehrer mit den Fathers gegessen. Zu diesem Anlass machen sich alle immer besonders huebsch und die Kinder wollten dass ich einen indischen Sari anziehe. Aber ich bin dann doch bei meiner deutschen weißen Hose geblieben. Die aber nicht lang weiß war, denn es hat einen heftigen Regenschauer gegeben und komischerweise lieben die Kinder es, in die Pfuetzen zu springen…

So, nun komm ich mal zum Ende. Hier in dem Internetladen ist es total stickig heiss….Mehr zu dem Leben hier im Hostel und in der Schule erzaehl ich naechstes mal.

Also bis Bald,

ganz liebe Grueße,

eure Linda

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