Archiv für September 2009

Ein Feuerwerk von Tanz und Gesang

Mittwoch, 30. September 2009

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Hallo – Grüße aus Gulu!
Die Idee von UNDUGU verbreitet sich unglaublich einfach! Der Gedanke, dass wir alle Brüder und Schwestern sind, findet schnell Begeisterung. Damit wir in Gulu tatsächlich langsam als eine Familie zusammen wachsen unternahm ich mit der Kindergruppe in Ariaga (Gulu) einen „Sonntagsausflug“. Zu Fuß gingen wir in Richtung Norden nach Laroo, um mit dem neu gegründeten Undugu-Club in der Laroo Boarding School Geschwisterlichkeit zu zelebrieren.
Die Kinder und Jugendlichen in dieser Schule sind alle frühere Entführte der Rebellen. Für die Betreuung der ehemaligen Kindersoldaten gibt es in Norduganda zwei Konzepte: spezielle Betreuung wie in Laroo Boarding oder schnellstmögliche Integration in die „normale“ Welt.

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Der Musiklehrer in Laroo Boarding eröffnete einen Undugu-Club, der sich großer Beliebtheit erfreut. Der Besuch mit der Ariaga-Gruppe sollte zur Motivation und Integration der neuen Laroo-Gruppe in die Undugu Familie dienen. Und ich würde sagen, das gelang uns – vor allem den 25 Jungen und Mädchen aus Ariaga.
Die Strecke nach Laroo ist zu Fuß gut zu bewältigen. Mir graute es davor mit all den Kindern an der viel befahrenen Straße, die nach Kitgum führt, zu gehen. Erinnerte ich mich doch nur zu gut an frühere Ausflüge auf dem Zeltlager und so fort. Es klappte gut, wir brachten alle sicher heim!! Die Kinder selbst sind vielmehr an diese Straße gewöhnt als ich.

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In der großen Halle der Schule versammelten sich alle und immer mehr Schüler/innen, auch welche die (noch) nicht im Undugu-Club sind, kamen hinzu. Abwechselnd zeigten die Gruppen etwas aus ihrem Repertoire. Ich kann Euch sagen, ein Feuerwerk von Tanz und Gesang war an diesem Sonntagnachmittag in Laroo zu sehen.
Die Schwierigkeit von Schulgruppen ist, dass die Lehrer zu sehr die Leitung übernehmen und den Schüler/innen nicht den Raum lassen, sich selbst zu organisieren. Ich musste an diesem Nachmittag den verantwortlichen Lehrer bremsen, der aus dem ersten Treffen einen Wettbewerb machen wollte. Wenn die Geschwisterlichkeit erst einmal gewachsen ist, dann können wir gerne „Kräfte messen.“

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Da uns die Zeit knapp wurde – schließlich wollten wir bei Tag zurück gehen – beschloss ich, dass die Gruppen den königlichen Bola Tanz, den beide zeigen wollten, zusammen tanzen müssen. Die Kinder und Jugendlichen meisterten diese Herausforderung richtig gut. „Undugu, hoje!“

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Zum Schluss: Wenn mich die Undugu-Gruppen überreden die Acholitänze mitzutanzen, mache ich allen eine große Freude: Es wird herzlich über mich gelacht. Ehrlich, es ist unheimlich schwierig!

Mit vielen Grüßen aus Gulu verabschiede ich mich für heute!
Bis bald, Lamaro Beate

Neuigkeiten von Linda aus Indien

Donnerstag, 17. September 2009

Linda mit kidsHallo,

viele Liebe Grüße aus dem immer noch heißen Indien! Das Wetter hier ist echt der Hammer, früh um 8 ist schon eine Bullenhitze! Da ist man über jeden Windhauch dankbar. Aber Tagsueber sind wir ja sowieso die meiste Zeit drinnen. Seitdem ich hier bin hat es vielleicht 2 oder 3 mal geregnet. Die Inder sind total froh darüber, was ich mittlerweile auch verstehen kann.

Letzte Woche habe ich habe ich mir den Unterricht hier mal angeschaut. Den Vormittag verbrachte ich mit einer 3. Klasse, nachmittags war ich bei eine 9. Klasse zu Gast, um mir erstmal ein Bild davon machen zu koennen.
Am nächsten Tag blieb ich im Hostel, um die 1. u 2. Klassen zu besuchen. Allerdings waren drei Lehrer krank, also hab ich spontan den Unterricht für eine 2. Klasse uebernommen. Das was ganz schoen chaotisch am Anfang und man muss sich erstmal durchsetzen koennen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten hat’s dann aber einigermaßen geklappt. Wir haben einen englischen Text gelesen und am Ende hab ich die schwierigeren Woerter diktiert. Die Inder haben so einen Akzent, dass ich das indische Englisch komplett anders anhört als das Englisch das wir deutschen sprechen. Allgemein ist sind die Klassen hier sehr laut, rufen rein, so was wie „melden“ kennen sie nicht und rumlaufen während des Unterrichts ist hier auch keine Seltenheit.
Nachmittag war ich dann in einer kleinen Gruppe mit nur 6 Kindern, den sogenannten „Slow learners“. Diese Kinder kommen im normalen Unterricht nicht mit und schalten gaenzlich ab. Deswegen wurde für sie eine Sondergruppe gegruendet, in der sie bis jetzt schon erhebliche Fortschritte gemacht haben.

Zurzeit sind 34 Kinder an Fieber erkrankt. Auch mich hat’s schon erwischt. Erst hatte ich nur Glieder- und Rueckenschmerzen und dachte das kommt vielleicht von dem harten Bett, das aus einem Eisengestell mit einem duennen Polster besteht. Aber am naechsten Tag war mir total heiß und ich fuehlte mich einfach nur schwach. Ein Fieberthermometer gibt’s nicht, nur durch fuehlen der Temperatur an Hals und Stirn wird entschieden ob jemand Fieber hat oder nicht. So verbrachte ich die naechsten 2 Tage im Bett. Zuerst dachte ich dass es laenger dauern wird bis ich wieder fit bin, vor allem auch weil man hier durch die vielen Kinder nie richtig Ruhe hat. Aber erstaunlicherweise ging es mir nach zwei Tagen schon besser. Die anderen Lehrer, die mit mir hier im Heim wohnen haben sich total lieb um mich gekuemmert. Als „Medizin“ bekam ich eine Frucht, deren Saft ich mit einem Strohhalm ausgetrunken hab. Ich denk schon dass das ein bisschen geholfen hat, kann aber auch sein dass es die Tabletten und Vitamine warn, die ich aus Deutschland mitgebracht hab… Wenn man krank ist bekommt man außerdem Brot zu essen. Also ungetoastetes Toastbrot. Und heiße Milch und Aepfel. Alles Sachen, die es sonst nicht gibt…

Neulich fand in Manvi ein Schulumzug statt. Da sind Kinder von verschiedenen Schulen mit Instrumenten wie Trommeln und Rasseln durch die „Stadt“ gezogen. Ab und zu haben wir dann angehalten und der Anfuehrer des doch recht langen Zuges hat eine Lautsprecherdruchsage gemacht. Allerdings in Kannada, die Sprache die hier gesprochen wird. Die Nachricht lautete in etwa: „Bildung ist wichtig, schickt eure Kinder in die Schulen“. Nach dem Umzug gab’s noch eine ewig lange Ansprache in der Schule. Schon waehrend des Umzugs wurde ich als Westler immer wieder neugierig angeschaut und beobachtet. Bei den Ansprachen wurden wohl so was wie Ehrungen verschiedener Lehrer und Danksagungen ausgesprochen. Nach kurzer Zeit wurde ich aus der Menge dazugeholt und befand mich dann mit 15 oder 20 anderen Indern auf der Buehne – und verstand kein Wort von dem was dort gesagt wurde. Aber es schien den Lehrern wohl zu gefallen, einen Deutschen Gast unter sich zu haben und so saß ich halt einfach mit da 

Am Samstag war das Mother Mary´s Feast in Manvi. Da wurde der Geburtstag von Mutter Maria gefeiert. Wir sind abends nach Manvi gefahren, zur Messe. Alle 5. bis 10. Klassen durften mit. Als wir angekommen sind waren schon üueerall bunte Lichter aufgebaut, und die Mutter-Gottes-Figur wurde mit etlichen Blumenkränzen geschmueckt. Der Gottesdienst wurde zwar auch wieder auf Kannada gehalten, aber das war gar nicht weiter schlimm. Die Atmosphaere allein war schon berauschend. Und die Gesaenge der Kinder haben einen richtig mitgerissen. Am Ende gab’s noch ein großes Feuerwerk und anschließend sind die Gaeste mit der geschmueckten Mutter Gottes durchs Dorf gezogen. Aber wir sind zuvor mit dem Bus zurueck gefahren weil es sonst zu spaet geworden waere.

Allgemein bleibt mir noch zu sagen dass ich mich schon ganz gut eingelebt hab. Spinnen und Eidechsen im Zimmer sind schon nichts mehr Besonderes und an die hygienischen Bedingungen gewoehnt man sich auch mit der Zeit. So faellt praktisch ein paar mal am Tag der Strom aus und wenn mal Wasser aus dem Wasserhahn kommt freut man sich richtig 
Die Kids haben mir mittlerweile beigebracht wie man Waesche per Hand waescht, denn Waschmaschinen gibt’s hier nicht… Aber auch daran gewoehnt man sich. Ist halt schon ne
Umstellung… ;-)

Zu Essen gibt’s drei mal am tag reis mit jeweils einer scharfen Soße. Zum Frühstück gibt’s manchmal so ne Art Nudeln, aber das bleibt dann eher eine willkommene Abwechslung.
Und Chapati gibt’s auch ab und zu 

Also bis bald, eure Linda

BEWERBUNGSFRIST: 15. Oktober

Donnerstag, 10. September 2009

susanne mit haika und jaqui

Hallo ihr Lieben in Nah und Fern!

Nachdem ich wieder von meiner Afrikareise zurückgekehrt bin, freue ich mich, die zahlreichen Berichte von euch zu lesen. Im Moment haben wir weltweit 30 Volunteers im Einsatz, denen es allen erfreulicherweise soweit gut geht.

Auch für kommendes Jahr hoffen wir, wieder Freiwillige in unsere Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika entsenden zu können.

Wenn du dich für einen Freiwilligendienst interessierst oder wenn du Interessenten kennst, dann denke daran:

BEWERBUNGSFRIST ist der 15. OKTOBER.

Lade dir hier die Bewerbungsunterlagen herunter: http://www.werkstatt-weltweit.info/volunteers-weltweit/jmv/bewerbung.html

Linda schreibt aus Indien

Mittwoch, 09. September 2009

Linda mit kidsHallo ihr lieben,

nachdem ich nun endlich mal die Moeglichkeit habe ins Internet zu kommen, kann ich euch über meine ersten Eindruecke und Erfahrungen berichten. Eins ist schon mal sicher, hier ist alles ganz anders… Nachdem ich am Dienstag nach etlichen Stunden in Bangalore gelandet bin, hab ich den ersten Tag dort verbracht. In der „Jesuit Mission“ konnte ich erstmal schlafen und danach hab ich mich auf den Weg gemacht die Stadt ein bisschen zu erkunden. Dort ist alles sehr laut, hektisch, unuebersichtlich, … Aber viel Zeit hatte ich ja auch gar nicht, da ich am Abend schon weiter reiste, nach Manvi. Nach 9 Stunden Busfahrt bin ich dann schließlich an der Schule angekommen, wo ich auch gleich von Bruder Aaron empfangen wurde.

Nachdem ich mein Zimmer bekommen hatte, in dem lediglich ein Bett und ein Schreibtisch steht, lerne ich auch Father Eric kennen. Die Kinder hatten wohl nur gute Erfahrungen mit den vorherigen Freiwilligen gemacht, denn sie waren total happy als ich angekommen bin und haben mich ganz herzlich empfangen. Ein kleiner Junge hat mir sogar die Tasche getragen, was ich eigentlich gar nicht wollte, und 4 oder 5 andere Kinder waren dabei mein Zimmer „sauber“ zu machen als ich angekommen bin. Sauber eben in deren Sinn…  Ich wohne übrigens mit den Kindern zusammen im Heim, die Schule ist ca. 500 m entfernt. Im Heim leben ca. 120 Kinder. Am ersten Tag konnte ich noch nicht wirklich viel machen, ich hab einfach erstmal alles auf mich zukommen lassen.

Die Kinder schlafen hier zu 30. oder 35. in einem Zimmer. Besser gesagt im Klassenzimmer, denn im Heim wird die 1. und 2. Klasse unterrichtet. Die anderen Klassen sind in der Schule untergebracht. Abends werden die Baenke weggeschoben, jeder holt einen kleinen Teppich aus seiner „Kiste“, in der das ganz Hab und Gut aufbewahrt wird und legt sich einfach auf den Boden zum Schlafen. Die Kids stehen hier schon um 5:15 auf. Mehrmals über den Tag verteilt sind die sogenannten „Study“- Zeiten. Auch Abends, vorm Schlafen gehen ist noch eine Einheit. Aber manchen der Kinder sind schon so muede, dass ihnen dabei die Augen zufallen.

Gestern war ich mit 2 Maedels aus der 10. Klasse in der „Stadt“. Also wir warn in Manvi, was ca. 3 – 4 km entfernt liegt. Aber Stadt kann man das ja nicht wirklich nennen. Da muss ich am besten ein Foto mitschicken, damit ihr wisst was ich meine ;-) (Falls es funktioniert, die Internetverbindung ist hier sehr schlecht). Überall Kuehe und Schweine auf der Straße, oder besser gesagt auf dem Weg. Aber wir haben trotzdem alles bekommen was wir kaufen wollten.

Am Samstag war hier ein Feiertag, der „Happy Teachers Day“. Da haben die Kinder schon am Tag davor die ganze Zeit davon geredet. Im November ist dann auch ein „Childrens Day“. Früh war Messe, dann haben die Kinder Taenze vorgeführt und anschließend haben die Lehrer mit den Fathers gegessen. Zu diesem Anlass machen sich alle immer besonders huebsch und die Kinder wollten dass ich einen indischen Sari anziehe. Aber ich bin dann doch bei meiner deutschen weißen Hose geblieben. Die aber nicht lang weiß war, denn es hat einen heftigen Regenschauer gegeben und komischerweise lieben die Kinder es, in die Pfuetzen zu springen…

So, nun komm ich mal zum Ende. Hier in dem Internetladen ist es total stickig heiss….Mehr zu dem Leben hier im Hostel und in der Schule erzaehl ich naechstes mal.

Also bis Bald,

ganz liebe Grueße,

eure Linda