Archiv für August 2009

Liebste Gruesse aus Piura

Montag, 31. August 2009

sohia lohmayerEin herzliches Hola aus Piura! Sitze hier gerade in meiner Mittagspause am PC und verfolge den Wahlkampf in Deutschland. Soziale Gerechtigkeit koennte hier auch nicht schaden… Am Nachmittag geht es in die Ludoteca nach La Molina. Das Thema des Monats ist nun Amor und wir werden heute anhand eines kleinen Schauspiels den Kindern zeigen, was Naechstenliebe bedeutet.
Ich hoffe, ihr seid alle wohl auf!
Viele Gruesse auch von Jonathan.
Sophia

10 monate venezuela

Donnerstag, 20. August 2009

nach einer gefuehlten ewigkeit gibt es (endlich wieder) lesbares aus venezuela…

gisela_rundmail_august09

mit einer ganz festen umarmung und einem danke aus tiefstem herzen fuer alle unterstuetzung*

gisela

10 Monate mit den Geigenkindern in Indien

Montag, 17. August 2009

CIMG1037Angekommen in Indien

Es blieb mir nichts anderes übrig, als den beiden fremden Männern zu vertrauen, die mich in einem riesigen Bus an den Inlandsflughafen fuhren, nachdem ich mich von ca. 00:00Uhr bis 5:30Uhr im Aufenthaltsbereich des internationalen Flughafens versucht hatte wach zu halten. Wenn das meine Eltern wüssten! Dachte ich bei mir, als wir nach 15 Minuten noch immer durch die Stadt fuhren. Auch während der Fahrt vom Zielflughafen nach Kalimpong, wo sich die Gandhi Ashram Schule befindet, zuckte ich jedes Mal zusammen, wenn wir auf Fahrradfahrer oder Motorräder zurasten und der Fahrer erst kurz vor dem Zusammenstoß abbremste. Es waren viele Fußgänger und Schulkinder mit Fahrrädern auf der Straße unterwegs, zwischen den Wettrennen fahrenden Autos und schienen keine Angst zu haben. Das hatte mich sehr fasziniert, und noch mehr, dass tatsächlich alles gut ging. In all dem Chaos scheinen die Menschen doch sehr bedacht und rücksichtsvoll anderen gegenüber zu handeln. Auch für ein kleines Kätzchen, das über die Straße sprang, bremste der Fahrer. Ich muss wirklich so erschöpft wie noch nie in meinem Leben gewesen sein, als ich während einer solchen Autofahrt einschlief. Aber vielleicht hatte ich die prägendste Erfahrung meines gesamten Indienaufenthaltes bereits in den ersten Stunden nach meiner Ankunft begonnen zu lernen: Vertrauen zu fassen.

Als ich an meinem ersten Tag in Kalimpong über das Schulgrundstück ging, kamen mir viele Kinder freudestrahlend entgegen, mit ihren dunklen Augen und riefen: „Good morning Miss!“ In den zehn Monaten, die ich mit ihnen verbrachte, war ich immer wieder von der Unbeschwertheit und Zufriedenheit dieser Kinder überrascht und berührt. Die Schüler der Gandhi Ashram Schule kommen aus sehr einfachen Lebensumständen. Sie müssen zu Hause zum Teil viel arbeiten und haben manchmal wenig Gelegenheit, mit anderen Kindern zu spielen. Es war so beeindruckend für mich, wie lebensfroh und herzlich die Kinder aus diesem Hintergrund sind. Manche Menschen haben so ein hartes Leben, arbeiten viel und leben vom Nötigsten, aber sie klagen nicht und scheinen zufrieden und dankbarer zu sein, für das was sie haben. Vor allem haben sie Zeit füreinander. Wann immer ich unerwartet bei Schülern der Gandhi Ashram Schule vorbei lief, luden sie mich ein, ihr Gast zu sein. Oft sah ich Gruppen von Männern beieinander sitzen. Manchmal redeten sie auch gar nicht viel, sondern saßen einfach zusammen. Einerseits haben sie vielleicht weiter nichts zu tun gehabt in diesem Moment, andererseits schien mir das Zusammensein an sich schon einen Wert zu haben.

In den zehn Monaten, die ich in Indien verbrachte, hat die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen dort nur selten bei mir das Gefühl aufkommen lassen, dass ich gern woanders wäre.

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Freude am Musizieren

Es wird eigentlich ständig gesungen in Kalimpong. Wenn die Schüler für eine Prüfung lernen, lesen sie sich den Inhalt ihrer Hefte laut vor, wobei es kein gesproches Vorlesen, sondern ein gesungenes ist. Fast als würden sie meditieren. Eher gesungen als gesprochen hören sie es von der Lehrerin und imitieren den Gesang. Dabei ist natürlich zu hinterfragen, ob der Lernerfolg tatsächlich mit der Lautstärke des sich Vorlesens zusammenhängt. Manchmal scheint es eher darum zu gehen, den Nachbarn darin zu überbieten.

Wann immer die Kinder Musik hören, singen sie sie mit und später nach. So viel wie sie sich gerade gemerkt haben singen sie immer wieder lauthals vor sich hin. Einmal konnte ich für einige Zeit zwei kleinen Sängern lauschen, die gerade mit-oder vielleicht auch ein bisschen gegeneinander- so laut sie konnten von einer Bergklippe sangen und sich dabei amüsierten.

Mein erster Gedanke, als ich von den Geigenkindern in Indien hörte war, dass Geige doch ein klassisches europäisches Instrument ist und dort bestimmt wenig bekannt. Warum sollen die Kinder also Geige lernen? Die Schüler lernen ab der ersten Klasse in der auf Musik ausgerichteten Schule, Geige zu spielen. Als ich dann dort war, stellte ich fest, dass in fast jedem Hindisong meistens im Hintergrund die Geigen spielen und dass insgesamt unerwartet wenig indische klassische Musik zu hören war. Die populare Musik unterscheidet sich tatsächlich nicht so wesentlich von unseren Hörgewohnheiten und Rockmusik, das habe ich auf einem Festival in Sikkim feststellen können, findet scheinbar weltweit einen Konsens. Das Streichorchester der Schule spielt viele bekannte Songs und nepalische Lieder nach, die vom Musiklehrer arrangiert wurden. Die Geigenschüler aus der Gandhi Ashram Schule sind in Kalimpong und weit darüber hinaus bekannt und eine Besonderheit. Manchmal scheint es für die Kinder der Schule selbst gar nicht so etwas besonderes zu sein, dass sie Geige spielen. Sie wachsen mit der Geige in der Hand auf und es ist ganz normal, dass sie sie spielen können. Aber sie können damit etwas, was reichere Kinder gerne lernen würden. Wenn das Orchester zu Konzerten eingeladen wird, erleben die Schüler andere Städte, kommen mit verschiedenen Menschen in Kontakt, und lernen Kompetenz darin auf einer Bühne zu stehen. Als ich die älteren Schüler fragte, ob das Geigespielen für sie eine besondere Bedeutung habe, antworteten viele, dass es sie, wenn sie traurig oder verärgert sind, wieder glücklich stimmt. Sie erhalten eine Möglichkeit, sich selbst Ausdruck zu verleihen.

Die Schüler der Gandhi Ashram Schule haben die Chance, über einen Bildungsstandard hinaus eine Fähigkeit ganz selbstverständlich von klein auf zu lernen, die ihnen später von großem Nutzen sein kann, sie beherrschen ein in Indien seltenes Instrument.

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Ich möchte mich ganz herzlich bei der Jesuiten Mission aus Nürnberg bedanken, dass mir diese wundervolle Zeit in Indien ermöglicht wurde! Vielen Dank für die Begleitung und Unterstützung in den zehn Monaten meines Aufenthaltes.

Ganz herzlichen Dank auch für all die lieben Nachrichten und die Unterstützung meiner Freunde zu Hause und meiner Familie!

Von der Pfalz in den Norden Argentiniens – die ersten Wochen

Samstag, 15. August 2009

Orán, ARG, 20. Juni 2009
Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte,
genau 5 Wochen befinde ich mich nun in Argentinien, ein guter Zeitpunkt, um euch von meinen ersten Erlebnissen und Eindrücken zu berichten. Das wichtigste gleich einmal vorneweg, mir geht es gut. Ich habe mittlerweile einen mehr oder weniger regelmäßigen Tagesablauf und habe mich gut eingelebt.

Flug, Ankunft und Weiterreise nach Orán…
Nach etwa 15 Stunden Flug und einiger Verspätung bin ich am 15.Mai im nächtlichen Buenos Aires gelandet, das ich in den folgenden zwei Tagen zunächst allein und später dann zusammen mit einer deutschen Freiwilligen, die ich schon vom Vorbereitungsseminar kenne, erkundete. Sie arbeitet in einem Slum in einem Vorort der Stadt Buenos Aires, deren Zentrum wiederum genauso gut das einer europäischen Stadt sein könnte. Man findet sich gut zurecht und die Temperaturen waren bei herbstlichen 15-20 Grad dem derzeitigen deutschen Frühling ähnlich. Anders sollte es in meinem zukünftigen Wohnort Orán aussehen, aber zunächst stand mir eine gut 24-stündige Busfahrt in den äußersten Nordwesten bevor, die ich dank komfortabler Sitze und netten Sitznachbarn gut überstand. Angekommen mit großer Verspätung wurde ich schon von Katharina, ebenfalls eine Freiwillige und meine Zimmergenossin, erwartet.
Die Stadt und mein neues Zuhause
Ich wohne auf dem Gelände des Centro San José, einer Fördereinrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche, in der Katharina als Sonderschullehrerin arbeitet. Wir sind vier deutsche Freiwillige, die hier zusammenleben. Da sind außerdem noch Matthias, ein Verkehrsingenieur, und Anne, eine pensionierte Sozialarbeiterin. Bereits in dieser kurzen Zeit sind wir zu einer guten Gemeinschaft zusammengewachsen und es ist schön Leute um sich zu haben, die sich schon auskennen, mir helfen mich zurechtzufinden und mir so den Einstieg in den Alltag hier sehr erleichtert haben. Unter anderem wurde mir auch ein großer Schlüsselbund überreicht, denn leider muss man wegen der Gefahr vor Einbrüchen hier immer alles sorgfältig abschließen, was zu den eher unangenehmen Seiten gehört.
Wir sind hier immer mit dem Fahrrad unterwegs, was mir sehr gut gefällt, bis ins Zentrum sind es ca.15 Minuten, sofern man nicht den falschen Drahtesel erwischt hat und an der nächsten Bicicleteria anhalten muss, um Luft nachpumpen und Schrauben nachziehen zu lassen. Da die Straßen nur zum Teil geteert sind, werden die Räder stark beansprucht. Im Zentrum und auch an den vielen kleinen Ständen am Straßenrand kann man alles für den täglichen Bedarf kaufen und das nicht nur aufgrund des für uns guten Wechselkurses zu unvorstellbar günstigen Preisen. Die Straßen sind hier nicht nur von Menschen, Fahrrädern, Motorrollern, LKWs, Autos und unzähligen Remis (ähnlich wie Taxis, denn die wenigsten haben ein eigenes Auto) bevölkert, sondern neben vereinzelt Katzen, Hühnern und gelegentlich Pferden auch von vielen streunenden Hunden, die die Mülltüten aufreißen und den Inhalt großzügig verteilen. Die Natur der Häuser verändert sich, je nachdem wie weit man sich von der Stadtmitte entfernt und reicht von wenigen Villen, über gewöhnliche einstöckige Steinhäuser bis hin zu aus Holz, Wellblech und Plastikplanen gezimmerten Behausungen.
Das Klima im subtropischen Norden Argentiniens
Schon im Bus hierher wurden mir eher mitleidsvolle Blicke bezüglich meines Reiseziels zugeworfen: ,,Orán? Hace mucho calor!!“ (Dort ist es heiß). In den ersten Wochen waren es immer zwischen 25° und 30°, was den hiesigen, angenehmen Herbsttemperaturen entspricht. Im Sommer soll es allerdings richtig heiß hier werden. Bald einsetzende Regenfälle brachten eine unangenehme Kälte mit sich, da ohne Heizung, die Außen- der Innentemperatur entspricht. Unsere Straße hatte sich zeitweise in einen kleinen Fluss verwandelt, der mit den Rad deutlich besser und trockener als zu Fuß, zu passieren war. Mittlerweile ist das Thermometer aber schon wieder auf für deutsche Verhältnisse sommerliche Temperaturen geklettert. Pünktlich zum morgigen Winteranfang.
Die Arbeit in Kindergärten, Hogar und Centro Cultural
Nun zu meinen Aufgaben: Ich helfe in zwei verschiedenen Kindergärten mit. Zwei Tage der Woche in San Cayetano und drei in Sagrado Corazón. In beiden besteht die Gruppe aus etwa 25 Kindern, die morgens von 9 bis 12 Uhr von einer Kindergärtnerin und mir betreut werden. Eine weitere Gruppe kommt nachmittags. Die Anzahl ist wetterabhängig, so kann es bei Regen oder Kälte schon möglich sein, dass viele später und noch mehr gar nicht kommen. Wie es sich für einen richtigen kleinen Argentinier gehört, beginnt der Tag mit einem Lied zu Ehren der Flagge, anschließend wird Tee verteilt und dazu Brot gegessen. Danach beginnt die Arbeitszeit, die von kleineren Spielpausen unterbrochen wird. Das Kindergartensystem ist recht verschult und so lernen die 4-Jährigen bereits erste Buchstaben und Zahlen, jeder hat ein Heft, in welches die Arbeiten eingeklebt werden. Es bereitet mir sehr viel Spaß mich mit den Kindern zu beschäftigen, Aufgaben vorzubereiten oder sich mal Zeit für einen Einzelnen zu nehmen und beispielsweise ein Märchen vorzulesen, was sonst in der großen Gruppe nicht so möglich wäre. Vor zwei Wochen fuhren Anne, sechs Kindergärtnerinnen und ich für ein Wochenende nach Salta, die Provinzhauptstadt, die etwa 4 Stunden entfernt ist, um Bücher und Spielsachen für die Kindergärten zu kaufen. In Orán gibt es weder Büchereien noch Buchhandlungen. Ein toller und unterhaltsamer Ausflug, währenddessen ich unter anderem die für den Norden typische Folklore-Musik und die dazugehörigen Tänze kennenlernen durfte.
Außerdem gebe ich montags und mittwochs zusammen mit einer 27-jährigen Englischlehrerin aus Orán Englischunterricht im Centro Cultural. Für anderthalb Stunden kommen Jugendliche im Alter von etwa 12 bis 22, die ganz von vorne beginnen wollen, einzelne Fragen zu speziellen Themen haben, Hausaufgabenhilfe benötigen, sich auf ein Examen vorbereiten oder einfach so die Englischkenntnisse auffrischen wollen. Wobei auffrischen bei den wenigsten das richtige Wort ist, denn das Niveau ist durchweg sehr niedrig. Selbst in der weiterführenden Schule wird die Fremdsprache nur einstündig unterrichtet und das Lernen der Aussprache oder das Beherrschen einfacher Konversationen bleiben auf der Strecke. Das Angebot wurde zu meiner Freude bisher schon rege genutzt (in der ersten Stunde bereits 12 Schüler), Nachfrage scheint zu bestehen, da professionelle Nachhilfe nicht von jedermanns Geldbeutel bezahlt werden kann. Montagnachmittags gehen Katharina, Anne und ich immer zum Hogar, einem Kinderheim, in dem Matthias arbeitet. Dort leben ca. 70 Kinder, die wenigsten sind Waisen, sondern können aufgrund der Familienverhältnisse nicht bei ihren Eltern leben. Außerhalb von Schule oder Kindergarten, gibt es wenig Beschäftigungsmöglichkeiten und so ist die Freude immer groß, wenn die Alemanes für ein paar Stunden vorbeikommen und Spiele spielen oder basteln. Auch unsere Fahrräder erfreuen sich immer großer Beliebtheit.

Hiermit beende ich meinen ersten Rundbrief aus Orán und hoffe ich konnte mit diesem Rundumschlag einen kleinen Eindruck in meine bisherigen Erfahrungen geben. Vielen Dank auch für eure Unterstützung jeglicher Art. Es ist immer schön etwas aus der Heimat und anderen Ecken der Welt zu hören.
Alles Gute und liebe Grüße
eure Hannah

Jesuitenmission, Liga Bank Nürnberg, Kto-Nr. 5 115 582, BLZ 750 903 00, Verwendungszweck: 3873, Danner Hannah

Nur noch 3 Wochen…

Dienstag, 11. August 2009

Hallo ihr lieben!

Auch bei mir vergeht die Zeit die ich noch in Deutschland bin wie im Flug. In 3 Wochen, am 1. September also, werde ich von Frankfurt über Bombay nach Bangalore fliegen. Bin noch mitten in den Vorbereitungen, aber die Vorfreude und die Neugier wird auch immer größer. Meine Berichte veröffentliche ich auf diesem Blog. Bis dann, ganz liebe Grüße, Linda