Magdalene schreibt aus Simbabwe

01. Juli 2009 geschrieben von Carolin Auner

magdalene-dengel-blogLiebe Gruesse aus Simbabwe!!!

Erstmal herzlichen Dank, fuer all eure lieben Mails und Gruesse. Ich freue mich sehr, immer wieder von euch zu lesen, dass ihr an mich denkt. Nun sind bald die ersten vier, ereignisreichen, Wochen um. Und ich bin jetzt auch mit Herz und Geist angekommen. Es hat etwas laenger gedauert als ich mir vorgestellt habe. Mein Zuhause, fuer das naechste Jahr, ist nun der Konvent der LCBL Schwestern in der St. Rupert Mayer Mission. ( LCBL- Little Child of our blessed Lady )

Es leben dort 5 Schwestern und eine Kandidatin. Sr. Rosario, Sr. Roselyn und Sr. Farisai arbeiten im Krankenhaus, Sr. Felicitas und die Kandidatin Anna in der Secondary School und Sr. Christiana arbeitet in der Gemeinde. Der Konvent ist ein Ort zum Wohlfuehlen. Er liegt etwas erhoeht auf einem Huegel und hat einen wunderschoenen Garten. Ein Schaeferhund sorgt, neben dem Zaun, fuer Sicherheit. Leider ist er sehr schuechtern was neue Leute betrifft und verschwindet, so bald er mich, sieht in seinem Haeuschen. Ich hoffe das legt sich bald. Vom Leben im Konvent werde ich ein ander mal mehr erzaehlen. Das wichtigste ist, dass ich mich dort sehr wohl fuehle. Alle sorgen sehr fuer mich und die Schwestern nennen mich „our daughter“.

Meine Arbeit besteht noch sehr viel aus zuschauen, da eine Krankenschwester in Simbabwe andere Aufgaben hat. In meiner ersten Woche durfte ich gleich mit dem OPD (Out Patient Department) rauss. Es wahr National Immunizationprogramm, eine Impfkampagne der WHO unterstuetzt von der GAVI. Die Menschen werden durch Plakate und Mundpropaganda dazu aufgefordert, mit ihren Kindern (2-59 Monate alt) zum impfen zu kommen. Wir sind zu verschiedenen Stellen in den aermeren Gegenden gefahren. Dort haben die Frauen mit ihren Kindern gewartet. Die meisten haben ein „Impfbuch“ fuer ihre Kinder. Oftmals besteht dieses aus einem abgerissenen Zettel. Gut ist, dass sie etwas haben, wo man (manchmal schwer) entziffern kann was dem Kind schon geimpft wurde. Eine Community-Sister, beauftragt von der WHO, klaert die Muetter ueber die Notwendigkeit der Impfungen auf. Dann heisst es Ordnung reinbringen und anstellen. Die Situation wird ebenfalls genutzt um den Kindern Vitamin A zu verabreichen. Gewogen werden die Kinder auch. Dafuer wird eine Waage an einen Baum gehaengt und die Kinder werden in ein Tuch gelegt oder gesetzt. Natuerlich muessen die Menschen nichts dafuer zahlen. Manche, druecken ihren Dank aus indem sie Essen fuer uns mitbringen. Es waren 2 Tage mit viel Geschrei aber sehr interessant. Und ich bin begeistert, dass das St. Rupert’s Hospital seine Angestellten zu so etwas schickt.

Von der Arbeit im Hospital kann ich noch nicht so viel berichten. Ich habe schon einen kleinen Jungen mit auf die Welt gebracht. Aber auch schon Menschen sterben sehen. Die naechsten 2 Wochen werde ich noch die Station naeher kennen lernen. Dann werde ich 4 Wochen in der Ambulanz (OPD) mitarbeiten. Die Apotheke kommt zum Schluss.

Leider ist das Roentgengeraet vor 2 Wochen kaputt gegangen. Eine Reperatur ist sehr teuer und so muessen die Menschen oft nach Chinhoyi. Viele koennen den Transport nicht bezahlen. Natuerlich faehrt im Notfall das Auto des Krankenhauses, aber wegen eines evtl. gebrochenen Beines faehrt es nicht. Die Fahrt nach Chinhoyi bedeutet 90 Minuten ueber staubige Schlaglochpiste, unterbrochen von broeckelnden Bruecken,Wasserstellen und Tieren auf der Strecke. Dann hat man die A1 erreicht und kann ohne Hindernisse die restlichen 20 km fahren.

Im selben Gebaeude in welchem sich der Roentgenraum befindet, gibt es ein Ultraschallraum und ein Labor. Das Labor wird zur Zeit nicht genutzt. Ich habe dort Geraete entdeckt, welche ich aus meinen Arzthelferinnen Zeiten kenne. Ich werde, nach dem ich den Staub entfernt habe, nach der Funktionstuechtigkeit der Geraete schauen.

Ein kleiner Einblick in meine letzten Wochen. Ich koennte so viel erzaehlen…

Mein Rucksack kam eine Woche spaeter. Vielen Dank, an alle gedrueckten Daumen.

Ich denke oft an Euch, an manche besonders. Vielen Dank Susi, dafuer dass du mir auf den Lofoten gezeigt hast wie man Krautsalat anmacht. Das ist hier ein Gemuese, neben Zwiebeln und Tomaten, welches ich kenne und vorhanden ist. Ich bin froh frisches Gemuese zwischen die Zaehne zu bekommen. Sadza- das Nationalgericht (Meismehlbrei) ist fad, und anderes Gemuese wird meist gekocht. Nicole, an dich muss ich denken weil Tapfazwa (Tafadzua ausgesprochen) taubstumm ist. Er sorgt fuer Ordnung im Garten des Konvent. Seine Zeichensprache lerne ich, ebenso wie englisch und shona. Nur zwei Beispiele herausgegriffen, ich koennte so einige von Euch aufzaehlen…

Ich gruesse euch ganz herzlich aus dem kalten Simbabwe, ab August wird es Sommer, bis zum naechsten Bericht.

Eure Magdalene

P.S. Bilder folgen hoffentlich bald

Hier geht’s zu Magdalenas eigener Homepage: http://magdalene-in-simbabwe.jimdo.com/

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