Natumaini nzuri sana! Nimefurahi sana marafiki wote kuwaona.
Wie die Zeit doch vergeht und dabei kann ich mich noch so gut an den Tag erinnern, an dem ich mein erstes Rundmail aus Dodoma schrieb, lang ists her…
Habt ein letztes Mal Anteil an meinem Leben hier, oder doch erst ein vorletztes Mal, denn fuer ein Schlussresuemee ist es wohl noch zu frueh. Aber jede Minute, die ich mit den Menschen hier verbringe, besonders mit ‘meinen’ Kindern im Waisenhaus, zeigt mir, dass es richtig war, hierhergekommen zu sein. Ich geniesse grad ganz viele wunderschoene Momente in vielen Begegnungen, die sich im Laufe des Jahres einfach intensiviert haben.
Eine Begebenheit, die die tansanische Kultur wohl sehr gut beschreibt, moechte ich Euch noch kurz schildern:
Mr Mbonea, der Musiklehrer der St. Ignatius – Grundschule bat mich um meine Gitarre. Er weiss dass ich eine habe, weil er an einem Communityabend mal drauf gespielt hat. Zur Vorbereitung des St. Ignatius – Tags, ein grosses Schulfest, wuerde er gern meine Gitarre nutzen. Weil ich an dem Nachmittag, an dem er kommen wollte, in der Stadt unterwegs war, vereinbarten wir telefonisch, dass er am naechsten Morgen vor der Schule kommen wird. Das bedeutet so ungefaehr um 7 Uhr. Genau an diesem Abend unterhielt ich mich mit unserem Mitbewohner Maurice (siehe Anhang) bis um 3 Uhr morgens. Kurz nach 7 Uhr stand dann Mr Mbonea vor der Tuer. In Deutschland wuerde ich ihm einfach die Gitarre geben und Auf Wiedersehen sagen. Hier fragte ich, ob er reinkommen wolle und eine Tasse Tee trinken wolle. Ja und auch einen Toast lehnte er nicht ab. Das ganze Fruehstueck verzehrte er dabei in einem Eiltempo, weil er eben eigentlich keine Zeit hatte, sondern zur Schule musste. Aber die tansanische Hoeflichkeit verbietet das NEIN. Und ich waere ja eigentlich auch lieber gleich wieder ins Bett gegangen, aber auch die Niederbayerin Martina hat sich schon etwas von der tansanischen Hoeflichkeit angeeignet. Ich sag es Euch. Manchmal ist mir die deutsche Ehrlichkeit schon lieber, obwohl ich ansonsten und ausgeschlafen die tansanische Gastfreundschaft schon sehr geniesse und zwar sowohl als Gast als auch als Gastgeberin.
So, nun aber viel Spass mit dem letzten Kapitel des Martina-Maerchens. Waere ja interessant, wer von Euch sich durch das ganze Buch gelesen hat…
Bis ganz bald und viele viele Gruesse aus dem wunderbaren Dodoma, wo die kalten Naechte auch schon wieder der Vergangenheit angehoeren. Wir haben wieder richtiges Biergartenwetter und auch tagsueber ist es wieder recht heiss, aber momentan windig ohne Ende. Da macht das Radfahren Spass!
Eure Martina
Und hier der letzte Rundbrief von Martina: Juli 2009
